Innovation am Arbeitsplatz

Ein wichtiges Kriterium für Erfolg im Geschäftsumfeld ist es, die richtige Balance zwischen Innovation und Kontinuität zu finden. Während Innovation dem Neuen Türen öffnet ist die Kontinuität der Torwächter, der Unnützes und Überflüssiges aussortiert – nur beide im richtigen Maßstab geben dem Kunden Planungssicherheit.

Innovation kann helfen, Kundenprobleme auf neuartige Weise zu lösen, die Einführung neuer Produkte auf den Markt zu erleichtern, Mitarbeiter zu motivieren und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen – Kontinuität hingegen ist der Maßstab, an dem sich die durch Innovation eingeführten Dinge messen lassen müssen. Die Abwägung zwischen beiden ist keine leichte Aufgabe – weder für Neueinsteiger noch für etablierte Manager.

Innovation heißt wörtlich „Neuerung“ oder „Erneuerung“. Das Wort ist vom lateinischen Verb innovare (erneuern) abgeleitet. Laut Wikipedia wird der Begriff im allgemeinen Sprachgebrauch unspezifisch im Sinne von neuen Ideen und Erfindungen und für deren (meist) wirtschaftliche Umsetzung verwendet. Im engeren Sinne resultieren Innovationen erst dann aus Ideen, wenn diese sich in neuen Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren manifestieren – aber nicht jede Idee ist erfolgreich und auch Innovationen können schiefgehen.

Das Thema Innovation und die richtige Balance zu finden liegt uns am Herzen und daher werden wir es hier in den kommenden Monaten weiter vertiefen. Zum Auftakt möchten wir drei Thesen mit Ihnen teilen, die wir aus den Gesprächen von Unternehmern auf dem letzten Epson Business Council gewonnen haben.

“Spielen“ als Kreativmethode
Spielen, um geschäftliche Aufgabenstellungen und Herausforderungen zu lösen? Das geht mit Lego Serious Play, einem Konzept, das den Vorzug besitzt, mit den Methoden eines Spiels Strategien für die Realität zu testen. Kjeld Kristiansen, jetziger Firmeninhaber und Enkel des Lego-Firmengründers, war Ende der 1990er-Jahre unzufrieden mit den Ergebnissen strategischer Meetings. Um mehr Schwung in die Sitzungen zu bringen, ließ er die Mitarbeiter mit Legosteinen ihre Ideen bauen. Ab dann bauten Angestellte in Besprechungen und Konferenzen 3-D-Modelle und erklären, was sie sich dabei gedacht haben. Das Motto war dabei stets identisch: Kreativität fördern und neue Ideen schaffen!

Das Konzept wurde immer weiter ausgefeilt und wird inzwischen von vielen Firmen eingesetzt. Weltkonzerne wie Daimler, eBay, Vodafone und Ikea haben es bereits genutzt, um in kleinen Gruppen konstruktive Vorschläge und Problemlösungen zu erzielen.

Der Homo-Ludens (der spielende Mensch) ist ein Erklärungsversuch des lebenden Menschen, wonach dieser erst im Spiel seine Fähigkeiten entwickelt und prüft. Schon Friedrich Schiller hob in seinen Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ die Wichtigkeit des Spiels hervor und schuf die bis heute gut bekannte Sentenz: „Der Mensch ist nur da ganz Mensch wo er spielt.“

Erstaunlich also, dass es bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts dauerte, bevor sich dem „Spiel“ als Entscheidungshilfe eine Lehre, die Spieltheorie, widmete. Im Spiel versucht jeder, schlauer zu sein als die anderen, sprich bessere Strategien anzuwenden. Die Spieltheorie untersucht, was herauskommt, wenn das alle unter der Prämisse versuchen, das Spiel zu gewinnen. Und sie behandelt die Welt so, als wäre sie ein großes Spiel. Was sich dahinter verbirgt, warum es beispielsweise manchmal gut sein kann, weniger zu wissen als sein Gegenüber: Dazu bald mehr an dieser Stelle.

Innovation muss nicht radikal sein
Inma Martinez, Partner bei Opus Corporate Finance LLP und Mitglied des diesjährigen Epson Business Councils, hebt hervor: “Innovation muss nicht immer etwas mit Technik zu tun haben. Manchmal kann man auch dann Mehrwerte schaffen, indem man die Verpackung oder das Design eines Produktes verändert.“

Ein Beispiel? Die außergewöhnliche Optik der Odol-Flasche – sie vereint Design mit Funktionalität. Schon 1896 führt Meyers Konversationslexikon den Namen „Odol” als Synonym für Mundwasser. Eine flotte Karriere für ein „antiseptisch wirkendes Mundwasser”, das der Dresdner Kaufmann Karl August Lingne erst drei Jahre zuvor zusammen mit Professor Richard Seifert entwickelt hatte.
Ein Verschluss, der die Flüssigkeit tropfenweise abgab, war noch nicht erfunden. Deshalb entwickelte man den zur Seite geneigten Flaschenhals, der den Lauf der Flüssigkeit vor ihrem Austritt bremste und somit tropfenweise freigab. Heute gilt Lingner als Hygiene-Pionier und als einer der erster Produktdesigner: Den Erfolg verdankt „Odol” wohl auch der unverwechselbaren Seitenhalsflasche.

Das bedeutet für kleinere Unternehmen, dass Innovation nicht immer im großen Maßstab betrieben werden muss. Betrachten Sie gemeinsam mit Ihrem Team Ihr Unternehmen einmal mit ein wenig Abstand und überlegen Sie sich, welche Elemente und Dinge auf eine andere Art und Weise (besser) getan werden könnten. Schauen Sie sich dabei Ihre Geschäftsprozesse ebenso an wie beispielsweise das Verhältnis zu Ihrem Zulieferer und Ihre technologische Ausstattung. Selbst kleine und etappenweise Verbesserungen können Sie einen großen Schritt nach vorne bringen. Dazu eignen sich zahlreiche unterschiedliche Kreativmethoden und -techniken wie beispielsweise Brainstorming und Mind Mapping. Einen ersten Überblick über solche Techniken finden Sie hier.

Schaffen Sie Nachfrage
Ein Zweck von Innovation liegt darin, Chancen für Nachfrage zu schaffen und durch seine Produkte zu befriedigen. Innovation meint hier jedoch nicht, schnellere, billigere oder schlankere Produkte zu entwickeln – sondern auch Dienstleistungen zu erfinden, die bei Ihrem Kunden ein Bedürfnis nach weitergehenden Leistungen erwecken. Ein Beispiel: Gute Restaurants bieten nicht nur Nahrung an – Ihr Ambiente lädt zum Verweilen ein und damit auch zu weitergehendem Konsum, zu dem auch ein gutes Essen gehört.

Jonathan Benhamou, CEO von Novapost, nennt als Beispiel: “Steve Jobs gab nicht die Antwort auf ein Problem, er hat nur etwas geschaffen. Er schuf ein Bedürfnis. ”

Glauben Sie an Ihre Kreativität und die Ihrer Mitarbeiter. Versuchen Sie alles, um die Entwicklung einer Idee, die Ihrer Meinung nach Potenzial hat, zu unterstützen. Schauen Sie über den Tellerrand hinaus und beantworten Sie konkret die Frage: Welche Fähigkeiten, welche Ressourcen haben der Mitarbeiter x, y und z und welche Ressourcen und Kompetenzen stecken in meinem Unternehmen? Regen Sie Ihre Mitarbeiter an, einmal außerhalb des täglichen Arbeitsablaufes zu denken. Schreiben Sie die Ergebnisse auf und halten Sie fest, welche Erfahrungen im Laufe der Zeit gesammelt und erarbeitet werden. Dies gibt ihnen nicht nur ein objektives Bild sondern hilft auch bei der Auswahl der richtigen Tools. Entwickeln Sie regelmäßig Ideen und Konzepte, die es in dieser Form bislang noch nicht gab.

Um es mit Lego zu sagen: Rund 4.000 verschiedene Elemente gibt es mittlerweile. Runde Steine, eckige, Räder, Zahnräder, Steine mit und ohne Noppen. “Wir bedienen ein Grundbedürfnis”, weiß Lego-Sprecher Roar Trangbaek. „Was letztendlich aus diesen Grundformen wird, entscheidet der Spieler.“

Wir werden auf dem Blog weitere Gedanken und Thesen zum Thema Innovation veröffentlichen. Wenn Sie Fragen haben, oder Beispiele für Innovationen (aus Ihrem eigenen Unternehmen) oder Sie sich für bestimmte Ansätze wie Lego Serious Play oder Kreativmethoden interessieren –  schreiben Sie uns gerne hier einen Kommentar.

                                                                                                                                                                                                             Bildquelle: iStock

Bildquelle Lego: Stefan Erdmann/Pixelio

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